Rt. Pecenj - Wrack "Lina"
Ein ganz besonderes Taucher-Highlight ist unser Wrack "Lina". Nach einer guten Stunde
Bootsfahrt erreicht man die Bucht, wo der 80 Meter lange italienische Holzfrachter vor der
Küste liegt. Das Schiff lief 1912 bei einem Schneesturm kurz vor Erreichen seines Zieles
auf Grund und sank. Beim aufrecht auf dem schräg abfallenden Meeresboden liegen- den
Bug des Wracks messen wir 27 Meter Tiefe. Die Schraube soll bei 55 Meter im Boden stecken.
Da in Kroatien das absolute Tiefenlimit bei 40m liegt, betauchen wir die ersten zwei Drittel
des Wracks und drehen am Schornstein um.
Der AHA-Effekt beim ersten "Lina"-Kontakt ist sehr groß. Das Wrack baut sich plötzlich wie
eine Wand vor uns auf. Wir tauchen darüber hinweg, leuchten in beide Ankerklüsen. Ist der
kapitale Conger-Aal da? Ja, meistens. Und weiter mit dem Erforschen der "Lina". Oben am
Bug sehen wir noch beide Anker - durch fast 100 Jahre Meeraufenthalt sehr schön mit Schwämmen
bewachsen. Nullzeit und Luft? O.K.! Wir nähern uns dem ersten Deck. Es ist nach oben hin
offen und wird nur durch Quer- balken gestützt. Vorsichtig - ja keine Sedimente aufwirbeln -
tauchen wir hinein. Welch ein Ablick: Um den stabilen, von hängen- gebliebenen Fischernetzen
umsponnenen Mast tanzen Brassen-Schwärme ihren Reigen. Das Spiel der Sonne rundet das Gemälde
ab. Und da vorn, das ist doch die Kapitänskajüte. Weiter Richtung Schornstein. Er liegt quer über den Planken und kann
je nach Lust, Laune und freundlicher (sicherer) Computeranzeige auch durchtaucht werden. Die
40 Meter Maximaltiefe sind jetzt erreicht.
Wir beginnen mit dem Auftauchen. Vom Bug weg
tauchen wir über den Sand, hier sehen wir meist Knurrhähne, die mit blaugesäumten Flossen
guten Tag sagen. Nach 25 Meter kommen wir wieder zur Bewuchs- grenze auf 11 Meter. Über die Seegrasbüschel
und Steine bewegend legen wir auf 5 Meter den obligaten Sicherheitsstop (3 Minuten) ein.
Danach
finden wir im 3-Meter-Bereich 3 sehr schöne Höhlen. Die mittlere und größte von den dreien
ist gut zu betauchen. Links halten -Tageslicht fällt von oben ein - auftauchen: Die "Geleesicht"
der letzten 30 cm vor Erreichen der Oberfläche sagt uns: hier ist Süßwasser. Am Höhlenein/ausgang
entdecken wir Leopardenschnecken und Drachen- köpfe in verschiedenen Größen an der Wand. Die anderen
beiden Höhlen sind eher mit Grotten zu vergleichen. Hier sehen wir sehr häufig Oktopusse und Sepien.